Eingewöhnung

Damit die Kinder eine vertrauensvolle Bindung zu mir als Tagesmutter aufbauen können, muss für die Eingewöhnung ein Zeitraum von mindestens 3 Wochen eingeplant werden, abhängig vom einzelnen Kind kann dieser Zeitraum aber auch länger dauern.

Bei mir kommt das sog. "Berliner Modell" zur Anwendung:

Die Eingewöhnung läuft in 4 Schritten ab:

1. Dreitägige Grundphase
In dieser Phase kommen Sie als Bezugsperson mit dem Kind für 1-2 Stunden in die Tagespflegestelle und verhalten sich passiv, aber aufmerksam gegenüber den Signalen Ihres Kindes, Sie sind für das Kind der "sichere Hafen", d. h. Sie folgen dem Kind nicht, sind aber immer gut erreichbar und aufmerksam. Währenddessen werde ich versuchen, über Spielangebote mit dem Kind in Kontakt zu treten - es finden während dieser Phase keinerlei Trennungsversuche statt! Die Pflegeroutine erfolgt durch Sie.

2. Der erste Trennungsversuch
Frühestens am vierten Tag erfolgt einige Zeit nach dem Ankommen der erste Trennungsversuch, nachdem Sie sich vom Kind verabschiedet haben. Die erste Trennungsperiode sollte nur kurz währen. Lässt sich das Kind schnell von mir beruhigen, wird die Trennungsphase ab dem nächsten Tag ausgedehnt.

3. Die Stabilisierungsphase
Die Stabilisierungsphase beginnt mit dem fünften Tag (mit dem sechsten, wenn der fünfte Tag ein Montag ist). Ich übernehme zunehmend - erst im Beisein der Bezugsperson - die Versorgung des Kindes (Füttern, Wickeln etc.) und biete mich gezielt als Spielpartner an. Die Trennungszeiten werden, unter Beachtung der Bedürfnisse des Kindes, täglich verlängert. Akzeptiert das Kind die Trennung noch nicht, sollte bis zur zweiten Woche mit einer neuen Trennung gewartet werden. Es wird jedoch nie an einem Montag mit einem neuen Schritt begonnen.

Nach dem infans Konzept können Kinder ab dem fünften Tag auch bereits in der Tagespflegestelle schlafen, allerdings werden sie von der Bezugsperson, in Begleitung der Tagesmutter, hingelegt und beim Aufwachen sollte die Bezugsperson das Kind begrüßen...

4. Die Schlussphase
In der Schlussphase der Eingewöhnung sind Sie als Bezugsperson nicht mehr anwesend, jedoch jederzeit für Notfälle erreichbar. Ich sollte in dieser Phase als "sichere Basis" vom Kind akzeptiert werden, d. h. es sollte sich auch nachhaltig von mir trösten lassen.

Abschluss der Eingewöhnung
Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich das Kind zum einen von mir trösten lässt, aber auch grundsätzlich bereitwillig und gern zu mir kommt. Dies lässt sich gut daran erkennen , dass es Spaß und Freude im Alltag hat, sich aktiv in der Gruppe beteiligt, die typischen Regeln des Hauses kennt, aber diese auch immer wieder mal in Frage stellt...